Rolf Isler – vom Bankschalter über das Buslenkrad zur Begegnung

Rolf Isler ist in Widen im Aargau aufgewachsen und lebt heute in der Region Schaffhausen. Über vierzig Jahre war er in Versicherungen, Banken und Immobilien tätig. Mit 61 verlor er seine Stelle und fing noch einmal ganz neu an: Über das RAV kam er zur Ausbildung als Buschauffeur bei den Verkehrsbetrieben Schaffhausen.

Zwei Jahre fuhr er Linienbus. In dieser Zeit stiegen viele geflüchtete Männer und Frauen bei ihm ein – Menschen aus allen Teilen der Welt, darunter viele aus der Ukraine. Der Wunsch, sich zu verständigen, war auf beiden Seiten da, doch die verschiedenen Sprachen standen im Weg. So blieb es bei Gesten, Mimik und einem freundlichen Blick. Dazu kam, dass auch der Kontakt in die Heimat schwierig war, unter anderem weil die technischen Hilfsmittel nicht zuverlässig funktionierten. Diese Begegnungen haben ihn nicht mehr losgelassen.

Seine Faszination für Russland reicht weit zurück. Geweckt hat sie Jules Vernes „Der Kurier des Zaren“, die Geschichte von Michel Strogoff, der quer durch das Zarenreich reitet. Bis heute interessiert sich Rolf für die Menschen, die Geschichte und die Weite dieses Landes.

Aus beidem entstand Romera (romera.app): eine Plattform für echte Gespräche zwischen Menschen, auch wenn sie nicht dieselbe Sprache sprechen. Geschriebene Nachrichten werden automatisch übersetzt, so kann jede Person in ihrer eigenen Sprache schreiben. Für Gespräche per Video gibt es erste Live-Untertitel, die sich noch in der Testphase befinden.

Es geht nicht um Dating und nicht um schnelles Scrollen, sondern um ein ruhiges Gespräch über ein gemeinsames Thema.

Für Rolf ist das die Fortsetzung dessen, was die Gesellschaft Schweiz–Russland seit Jahren lebt: Begegnung von Mensch zu Mensch.

Geschichte im Suworow Museum erleben

Im Herbst 1799 vollbrachte der russische Generalfeldmarschall Alexander Suworow mit seiner Armee eine außergewöhnliche militärische Leistung: In nur 21 Tagen legte seine Truppe rund 370 Kilometer und 7’100 Höhenmeter über vier Schweizer Alpenpässe zurück. 

Was als Einsatz für die Verbündeten gegen die napoleonischen Truppen geplant war, wandelte sich nach der Niederlage der Koalitionskräfte bei Zürich in einem dramatischen Rückzugskampf durch Eis, Schnee und unwegsames Gelände. Von den ursprünglich 21’000 Soldaten erreichten nur 15’000 entkräftet das Ziel.

Das Suworow Museum in Schwanden widmet sich der detaillierten und sachlichen Aufarbeitung dieses historischen Ereignisses. Entstanden aus der Leidenschaft des Gründers Walter Gähler, der einst mithilfe eines Metalldetektors erste Originalfunde wie Kanonenkugeln freilegte, präsentiert die Ausstellung heute eine vielseitige Sammlung aus historischen Artefakten, Uniformen, Dokumenten und Schlachtgemälden.

Neben dem reinen Kriegsgeschehen belichtet das Museum auch die langfristigen Folgen für die Schweiz. Die Sympathien, die am russischen Hof für die Schweizer Bevölkerung entstanden, spielten eine wichtige Rolle auf dem Wiener Kongress 1815 bei der diplomatischen Bestätigung der Schweizer Neutralität. Heute versteht sich die Ausstellung vor allem als Ort des Gedenkendes an die Opfer und als Mahnmal für den Frieden.

Im Gebäude der Post Schwanden (Zugang über die Garageneinfahrt)

Öffnungszeiten:

Freitag: 11:00 – 17:00 Uhr
Samstag: 11:00 – 17:00 Uhr
Sonntag: 13:00 – 17:00 Uhr
(Sowie nach Vereinbarung unter Tel. 079 924 40 69)
Website: www.1799.ch

Wir haben uns mit der Tourismusinfo zu den wunderbaren Museum unterhalten und freuen uns, wenn es dort demnächst ein paar Broschüren mit Anfahrtsbeschreibung gibt

Walter Gähler: Ein Leben für Geschichte

Wenn es um die Aufarbeitung der historisch bedeutsamen Verbindungen zwischen der Schweiz und Russland geht, führt an einem Namen kaum ein Weg vorbei: Walter Gähler. Er gilt als wandelndes Geschichtsbuch und hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, historische Zusammenhänge nicht nur zu bewahren, sondern für die Nachwelt greifbar und lebendig zu halten.

Ein Lebenswerk für das Suworow Museum

Sein zentrales Lebenswerk ist das Suworow Museum im Zentrum von Schwanden (GL), direkt bei der Post. Dieses hat er mit enormem persönlichem Einsatz aufgebaut und leitet es bis heute vollkommen ehrenamtlich. Um Geschichte für wirklich alle Menschen zugänglich zu machen, verzichtet das Museum auf Eintrittsgelder – der Zugang ist kostenlos.

Brückenbauer und Geschichtsvermittler

Walter Gähler hat sein Leben intensiv der Erforschung der Schweizer Geschichte gewidmet, insbesondere der Zeit nach der Französischen Revolution, die eine entscheidende Rolle für das Verständnis des modernen Schweizer Bundesstaates spielt. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Epoche von 1799 und dem Alpenfeldzug von General Suworow.

Über seine Aktivitäten rund um das Museum sowie seine historischen Recherchen publiziert und schreibt er regelmäßig auf Facebook. Damit nutzt er moderne Kommunikationswege, um historische Ereignisse im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern.

Die Botschaft: Frieden und Lernen aus der Vergangenheit

Für Walter Gähler ist die Beschäftigung mit der Vergangenheit kein bloßer Selbstzweck. Als Mann des Friedens und des Ausgleichs sucht er stets den Dialog. Seine Arbeit ist von einer klaren Haltung geprägt:

  • Lernen aus der Geschichte: Der Blick zurück soll uns als Mahnung für die Gegenwart dienen.
  • Keine Gewalt: Gewalt führt unausweichlich zu Gegengewalt.
  • Mahnung gegen den Krieg: Seine Überzeugung lautet klipp und klar, dass Krieg niemals eine Lösung sein kann.

Durch sein unermüdliches Engagement verbindet Walter Gähler historische Leidenschaft mit Friedensarbeit und bleibt ein unverzichtbarer Impulsgeber für die regionale und nationale Geschichtskultur.

Stephan Zurfluh, der Liedermacher

Stephan Zurfluh hat einst GUSReisen gegründet und vor vielen Jahren der GSR beigetreten. Schon damals ist die Kultur der Schwerpunkt gewesen. Und Reisen hat er keine verkauft. Diese Aufgabe hat schon ein anderes Mitglied arrangiert. Dennoch brachte er viele Mitglieder zur GSR, GUSReisen ist ein beliebte Website zu Reisen nach Russland gewesen und selbstverständlich führte der Link zur GSR.

Irgendwann, nach 2014 ist das Reisegeschäft nicht mehr lohnend gewesen. Er hat sich neu orientiert. Reisejournalist und Liedermacher. Beides füllt ihn mit Herzblut aus.

Für zahlreiche Länder hat er eigene Websites konzipiert, er ist bestens vernetzt und jedes Jahr auf der ITB Berlin, wo er seine Geschäftspartner trifft. Nur die Russen dürfen halt nicht mehr kommen.

Gleichzeitig ist er Liedermacher, er schreibt zu seinen Alltag und setzt sich für den Frieden ein. Dafür hat er die Musikpartei gegründet und will Bewegung und Lebensfreude in die Politik bringen.

Begegnen in bewegten Zeiten

In einer Welt, die oft von Schlagzeilen und Distanz geprägt ist, bleibt eine Wahrheit unerschütterlich: Wahrhaftiges Verständnis entsteht nur durch Begegnung. Die Gesellschaft Schweiz-Russland (GSR) setzt genau hier an. Wir sind überzeugt, dass Vorurteile dort keine Chance haben, wo Menschen einander direkt in die Augen schauen, miteinander diskutieren und gemeinsam Neues entdecken. Aus flüchtigen Bekanntschaften werden so oft tiefe, überregionale Freundschaften, die das Fundament für ein friedliches Miteinander bilden.

Unsere Gesellschaft blickt stolz auf eine über 100-jährige Geschichte zurück. Wir haben Epochen des Wandels, der Öffnung und der Krisen durchlebt. Die heutige Zeit stellt uns zweifellos vor grosse Herausforderungen – und wir besinnen uns auf die Wurzeln des Zusammenlebens, der Begegnung und Gastfreundschaft. 

Wir setzen Zeichen durch das Gedenken, vermitteln die tiefe Kraft der Kultur und schaffen auf gemeinsamen Reisen und Ausflügen Erlebnisse, die verbinden.

Der Austausch lebt mit Ihren Engagement.

Gerade heute braucht es Menschen, die bereit sind, hinzusehen statt wegzusehen. Wir brauchen Ihre Neugier, Ihren Tatendrang und Ihre Unterstützung, um den Dialog lebendig zu halten. Werden Sie Teil eines Netzwerks, das Brücken schlägt, wo andere Mauern sehen. Ob durch Ihre Teilnahme an unseren Treffen, Ihre Impulse oder Ihre aktive Mitgliedschaft: Jede neue Begegnung ist ein Schritt weg vom Vorurteil und hin zu einer gemeinsamen Ebene.

Wir bieten Ihnen nicht nur eine Plattform für den Austausch, sondern eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten, die den Wert der Verständigung schätzen. Bringen Sie sich ein, vernetzen Sie sich und gestalten Sie mit uns die Zukunft der schweizerisch-russischen Beziehungen der Zivilgesellschaft.

Melden Sie sich bei uns
schweiz-russland.ch

Im Spiegel der Geschichte

Die Verbindung zwischen der Schweiz und Russland ist tiefer und facettenreicher, als es der erste Blick auf die Landkarte vermuten lässt. Bei der Gesellschaft Schweiz-Russland (GSR) sehen wir die Geschichte nicht als abgeschlossenes Kapitel, sondern als lebendigen Dialog, der uns hilft, die Gegenwart besser zu verstehen und die Zukunft aktiv zu gestalten.

Über Jahrhunderte hinweg waren unsere Länder durch Menschen verbunden, die mutig genug waren, Grenzen zu überschreiten. Unzählige russische Künstler, Schriftsteller und Denker fanden in der Schweizer Landschaft und Beständigkeit die nötige Inspiration für ihre Meisterwerke. Gleichzeitig suchten und fanden Schweizer Auswanderer – ob als Käser, Architekten oder Uhrmacher – im riesigen Russischen Reich eine neue Existenz und prägten dort mit ihrem Pioniergeist ganze Wirtschaftszweige und Stadtbilder.

Ein zentraler Moment dieser gemeinsamen Historie bleibt die legendäre Alpenüberquerung von General Suworow im Jahr 1799. Auch wenn die militärischen Ziele damals – trotz einer logistischen und menschlichen Meisterleistung – nicht erreicht wurden, blieb der politische Impact immens. Einige Historiker gehen heute sogar so weit zu sagen, dass die Eindrücke dieser Zeit die Verhandlungen beim Wiener Kongress massgeblich beeinflussten. Die Saat für die spätere Staatsgründung der modernen Schweiz und ihre Neutralität wurde womöglich auch in jenen schneereichen Bergpässen gesät.

Für alle, die in diese faszinierende Epoche eintauchen möchten, gibt es eine aktuelle Empfehlung: Das Suworow-Museum hat einen neuen Standort gefunden und ist von Altdorf (UR) nach Schwanden (GL) umgezogen. Ein Besuch vor Ort lohnt sich, um die Spuren dieser historischen Ereignisse hautnah zu verfolgen.

Russland blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Wir bei der GSR sind überzeugt, dass wir die Vergangenheit gemeinsam beleuchten müssen, um daraus für die Zukunft zu lernen. Geschichte ist kein staubiges Archiv, sondern das Fundament, auf dem unser heutiges Miteinander steht. Gerade in bewegten Zeiten ist der sachliche und tiefgründige Dialog über unsere gemeinsamen Wurzeln wichtiger denn je.

Werden Sie Teil dieser Brücke – Gestalten Sie Geschichte mit

Wir laden Sie ein, nicht nur Beobachter der Geschichte zu sein, sondern diese aktiv mitzugestalten. Ob Sie sich für kulturelle Hintergründe interessieren, historische Zusammenhänge erforschen oder einfach den persönlichen Austausch fördern wollen: Ihr Engagement zählt.

Helfen Sie uns, die Vergangenheit zu beleuchten, um eine klügere Zukunft zu bauen. Werden Sie Mitglied, bringen Sie Ihre Ideen ein und engagieren Sie sich bei der Gesellschaft Schweiz-Russland. Sprechen wir über Geschichte – sachlich, tiefgründig und zukunftsorientiert. Wir freuen uns auf Sie!

Informationen zur GSR
schweiz-russland.ch