Rolf Isler ist in Widen im Aargau aufgewachsen und lebt heute in der Region Schaffhausen. Über vierzig Jahre war er in Versicherungen, Banken und Immobilien tätig. Mit 61 verlor er seine Stelle und fing noch einmal ganz neu an: Über das RAV kam er zur Ausbildung als Buschauffeur bei den Verkehrsbetrieben Schaffhausen.
Zwei Jahre fuhr er Linienbus. In dieser Zeit stiegen viele geflüchtete Männer und Frauen bei ihm ein – Menschen aus allen Teilen der Welt, darunter viele aus der Ukraine. Der Wunsch, sich zu verständigen, war auf beiden Seiten da, doch die verschiedenen Sprachen standen im Weg. So blieb es bei Gesten, Mimik und einem freundlichen Blick. Dazu kam, dass auch der Kontakt in die Heimat schwierig war, unter anderem weil die technischen Hilfsmittel nicht zuverlässig funktionierten. Diese Begegnungen haben ihn nicht mehr losgelassen.
Seine Faszination für Russland reicht weit zurück. Geweckt hat sie Jules Vernes „Der Kurier des Zaren“, die Geschichte von Michel Strogoff, der quer durch das Zarenreich reitet. Bis heute interessiert sich Rolf für die Menschen, die Geschichte und die Weite dieses Landes.
Aus beidem entstand Romera (romera.app): eine Plattform für echte Gespräche zwischen Menschen, auch wenn sie nicht dieselbe Sprache sprechen. Jede Person schreibt oder spricht in ihrer eigenen Sprache, die Übersetzung geschieht im Hintergrund. Es geht nicht um Dating und nicht um schnelles Scrollen, sondern um ein ruhiges Gespräch über ein gemeinsames Thema.
Für Rolf ist das die Fortsetzung dessen, was die Gesellschaft Schweiz–Russland seit Jahren lebt: Begegnung von Mensch zu Mensch.